Die Watze und der Lumpenmontag            

Als sich im Jahre 1963 der Neu-Isenburger Karnevalverein „Die Watze" mit 14 Mann gründete, war eine der wichtigsten Aufgaben, die er sich stellte, die Wiedergeburt des Lumpenmontags. Wir wussten, dass es bestimmt nicht leicht sein würde, ein solches Volksfest, das so gut wie in Vergessenheit geraten war, wieder aufzuziehen. Aber mit gesundem Optimismus gingen wir ans Werk. Es war in der Tat nicht einfach, denn nicht überall fanden wir bei den Vereinen, die wir um Mithilfe baten, ein offenes Ohr. Zwar sagten viele auf Anhieb mit Begeisterung zu, aber auch namhafte Vereine verhielten sich zunächst reserviert, wenn nicht gar ablehnend.

Aber allen Skeptikern und Miesmachern zum trotz gingen wir ans Werk, und als der Zug 1964 durch die Straßen rollte, waren selbst wir erstaunt, welchen Anklang die Veranstaltung bei der Bevölkerung fand und wie viele begeistert mitmachten. Der Erfolg hatte uns recht gegeben. 1965 schließlich war der Lumpenmontag zu einer Massenveranstaltung geworden wie noch nie vorher, und 1966 war es so weit, dass selbst diejenigen, die noch zwei Jahre vorher das Unternehmen totgesagt hatten, begeistert mitmachten. Reibungslos rollte ein Mammutprogramm ab, das am Vormittag bereits anfing und bis spät am Abend dauerte. Und so soll es auch 1968 werden. Um nur einige Programmpunkte zu nennen: Besuch des Oberlumpen und des Isebojer Watz in den Schulen, große Einladung der Watze zum Linsesuppenessen, ein Geschenk des KVW an die Bevölkerung, Anstich der Suppe durch den Oberbürgermeister von Großwatzehause an der Erlebach unter Anwesenheit von Fernsehen und Rundfunk, großer Umzug aller Vereine durch die Straßen der Stadt und anschließend das große Lumpentreiben. Ganz Neu-Isenburg wird wieder auf den Beinen sein. Nach den Erfolgen der letzten Jahre können wir es ruhig voraussagen. Überzeugt davon, dass wir den richtigen Weg beschritten haben, hat in diesem Jahr der Magistrat wieder den KVW offiziell mit der Durchführung der Veranstaltungen beauftragt und seine Unterstützung nach Kräften zugesagt – ein Lohn für unsere seitherige Arbeit, der uns mit Stolz und Genugtuung erfüllt. Das Interesse der Bevölkerung an unserer Arbeit spiegelt sich in der Zahl unserer Mitglieder wieder.

So können wir uns doch bereits nach vier Jahren seit der Gründung zu den größten Vereinen unserer Stadt mit über 300 Mitgliedern zählen. Wir wollen aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen, vielmehr soll es uns anspornen, in Zukunft noch Besseres und Originelleres zu bieten und nicht nur in der Fastnachtszeit die Bevölkerung zu unterhalten, sondern auch während des ganzen Jahres unsere Mitglieder mit Veranstaltungen erfreuen. Tanzabende, Ausflüge und vieles mehr stehen das ganze Jahr über auf dem Programm. Auch in unseren Gruppen bieten wir allen Interessenten die Mitarbeit an, sei es bei der Hugenottengarde, bei den IWAS oder bei der Prinzengarde, im Komitee und bei den Büttenrednern. Wir wollen nicht nur ein Karnevalverein sein, sondern auch ein guter Gesellschaftsclub, in dem man sich das ganze Jahr über wohlfühlt, ob bei unseren großen Veranstaltungen oder bei gemütlichen Beisammensein in den eigenen Clubräumen.

Der Vatertag wird auch in unserem Club jeweils zum Anlass genommen, dass die männlichen Mitglieder sich zu einer ausgedehnten Schwarzpartie treffen. Jedes Jahr geht es mit Omnibussen ins Grüne, und das ganze Jahr schwärmen die jeweils Beteiligten von diesem gemütlichen Tag und freuen sich bereits schon auf die nächste Vatertagstour.

Nun aber zurück zum Lumpenmontag! Helfen Sie alle mit, beteiligen Sie sich am närrischen Treiben, und gehen Sie am nächsten Morgen nach Hause mit der Genugtuung, dass es eine originelle und echt Isebojer Fassenacht war.

Quelle: Heft des KVW, Karnevalsession 1967/68

Sitzungsschlußlied

Text: Charlie Neuroth
Melodie: Helmut Fürst


Wir brachten Euch heut allerlei
In bunten Bildern dar.
Ein dreifach hoch der Narretei –
Hellau, weils lustig war
Hellau, hellau ihr Narren hier
Die Sitzung ist jetzt aus
Hellau, hellau, wir bleiben hier.
Wir geh´n noch nicht nach Haus.

Freunde, oh Freunde, das Leben ist so schön
Stunden des Frohsinns sie dürften nie vergehn,
trinkt noch ein Gläschen vom guten Wein,
dann schlüpft ins Bett hinein
träumen und träumen von unserem Schatz
und vom Isebojer Watz.

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